In diesem Dokument sollen die Konzepte des Internet und die Dienste, die sich hinter dem Begriff Internet verbergen, erläutert werden. Dabei soll nicht nur, wie in der Presse üblich, ein schwärmerischer Überblick angeboten werden, sondern auch auf Probleme und Engpässe eingegangen werden. Im Weiteren werden für die gängigsten Softwarepakete, die benötigt werden, um Dienste im Internet zu nutzen, auch Konfigurationsbeispiele mit den benötigten Erklärungen präsentiert.
Die Angebote im Internet basieren auf komplexer Vernetzung mit verschiedensten Protokollen und Begriffen und können nur mit Hilfe entsprechender Verbindungen und Software genutzt werden. Hier wollen wir nicht im Detail auf all die technischen Voraussetzungen eingehen, aber zumindest die Grundlagen erklären, die es erlauben, die Vorgänge für den Datenaustausch im Internet zu begreifen. Nur so kann entschieden werden, welcher Dienst für welche Bedürfnisse wohl der Geeignetste ist.
Obwohl der Begriff Internet täglich in der Presse auftaucht, wird kaum irgendwo erklärt, was es wirklich ist. Ein Chaos von Kabeln, nur eine Technologie, die neue Freiheit oder einfach etwas, das wie die Butter zum Brot zu jedem Computer gehören muss?
Die einfachste Vorstellung ist jene von mehreren Computern, die mit Hilfe eines einheitlichen Protokolles (TCP/IP, mehr darüber später) miteinander Verbindung aufnehmen oder kommunizieren können. Das Protokoll beschreibt ein Set von Regeln, die für die gemeinsame Kommunikation zwischen Computern verwendet werden. Aber wieso sollen Computer miteinander kommunizieren? Arbeiten zwei Personen in Bern und Zürich am gleichen Buch, so mussten früher immer wieder die Entwürfe per Post einander zugestellt werden, um Korrekturen anbringen zu können. Später wurden Disketten versandt und so konnte direkt in den Dokumenten die Änderung angebracht werden. Doch auch dieser Austausch dauert immer noch mindestens einen Tag. So wurden anfänglich die beiden Computer mit Modems verbunden, und die Daten konnten über die Telephonleitung ausgetauscht werden. Kamen weitere Personen hinzu, mussten immer wieder über das öffentliche Telephonnetz deren Computer angehängt werden. Abgesehen davon, dass diese Verbindungen langsam sind, ist es auch unpraktisch, eine Telephonleitung zu besetzen, während Daten transferiert werden. Zudem können nur immer zwei Computer miteinander in Verbindung sein. Bei der wachsenden Zahl der Verbindungen vor allem innerhalb der Hochschulen wurde das schnell nicht mehr praktikabel. So sind direkte Verbindungen über separate Netze innerhalb von Institutionen entstanden, die aber noch keine Verbindung zu Geräten ausserhalb eines Gebäudes oder logischen Netzes ermöglichten.
Erst die Verbindung solcher lokaler Netze (Local Area Network, LAN, heute wird vermehrt auch von Intranet, dem internen Netzwerk einer Firma oder Organisation, welches Internet-Technologie anwendet, gesprochen) untereinander erlaubt, dass praktisch jede mit jeder Verbindung aufnehmen kann. Diese Verbindungen zwischen den Netzen erfolgen auch heute noch über sehr schnelle Telephonleitungen und werden durch spezielle Verbindungsrechner, sogenannte Router hergestellt. Internet ist nichts anderes als die Verbindung vieler kleinerer Netzwerke, welche als Protokollsprache TCP/IP verwenden. Somit wird deutlich, weshalb die irrige Meinung herrscht, das Internet sei gratis. Die Vernetzung der Institute beispielsweise an der Universität Zürich ist alles andere als billig, ebenso die Verbindung der Universität mit einem der Internet-Anschlussknoten in der Schweiz. Die Kosten dafür werden von der Universität und SWITCH (der Stiftung für die Vernetzung der Hochschulen, finanziert von Hochschulkantonen und Bund) getragen. Dass es für den privaten Nutzer trotzdem billig ist, hängt damit zusammen, dass die Nutzung all dieser Netze nicht bezahlt werden muss.
Die Protokolle oder Sprache, die die Computer brauchen, um Verbindung miteinander aufnehmen zu können, sind Netzwerkprotokolle, die in der Funktionsweise durchaus mit der menschlichen Sprache verglichen werden können. Treten Sie in einen dunklen Raum oder nehmen Sie das Telephon ab, sagen Sie "hallo", um sich bemerkbar zu machen und anzudeuten, dass Sie bereit sind, zuzuhören und bestätigen von Zeit zu Zeit, dass Sie verstanden haben, was Ihr Partner gesagt hat. Auf diese Weise funktionieren auch Netzwerkprotokolle. Bei Verbindungsaufbau schicken Computer Informationen über sich selbst, um sich zu identifizieren. Der angesprochene Computer kann anhand dieser Informationen entscheiden, ob er überhaupt mit dem Aufrufenden Kontakt aufnehmen will respektive dem Anrufenden erlaubt, weitere Daten auszutauschen.
Somit wird bereits klar, dass hier von Computern auch Rollen übernommen werden müssen. Der eine, zum Beispiel der PC, an welchem Sie sitzen, tritt als Benutzer oder Client auf. Durch spezielle Client-Software fordert er Auskünfte oder Dienste bei einem anderen Computer, dem Server oder Informationsanbieter an. Und als dritter, aber nicht wenig wichtiger Partner, tritt der Anbieter der Verbindung oder Service Provider (ISP) auf, welcher die Verbindung zwischen dem Kunden (Client) und Verkäufer (Server) herstellt.
Im täglichen Leben kennen Sie das alle. Sie treten auch als Kunde auf, wenn Sie telephonisch bei einem Versandhaus, dem Server, etwas bestellen. Die Verbindung stellt Ihnen die Telephongesellschaft, in der Schweiz die swisscom, her. Und sowohl im Internet als auch beim Telephon muss diese Verbindung bezahlt werden. Der Unterschied besteht, wie wir noch später sehen werden, einzig darin, dass Sie im Internet beliebig viele Verbindungen zu für Sie gleichbleibenden Tarifen aufbauen können, egal, ob diese ins Nachbargebäude oder nach Australien gehen.
Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten, einen Computer ans Internet anzuschliessen. An der Universität Zürich beispielsweise werden die Institute mit schnellen Leitungen verkabelt ( NUZ 90), welche über Knoten oder Router miteinander verbunden sind. Router sind Computer, die verschiedene Netzwerke über grosse Distanzen miteinander verbinden. Durch den Internet-Anschluss der Universität hat ein auf diese Weise am Netzwerk der Universität (NUZ 90) angeschlossener Computer direkten Internet-Anschluss. Man spricht von Full-time IP Connection, weil direkt mit dem Internet-Portokoll (IP) eine Verbindung zu einem anderen Rechner aufgebaut wird und dies unterbruchsfrei funktioniert. Dies ist die schnellste, aber auch teuerste Anbindung. Der anzuschliessende Computer muss mit spezieller Hard- und Software ausgerüstet werden.
Solche Anschlüsse kommen nur für grosse Institutionen in Frage. Zum einen sind sie sehr teuer, zum andern auch schwierig zu realisieren. Es braucht sehr viel Kenntnisse über Protokolle und Hardware, um solche Verbindungen zu installieren. Zudem ist die Miete der schnellen Leitungen bei den Telephongesellschaften für die Verbindung der lokalen Netzwerke, also zum Beispiel jenem der ETH und der Universität, sehr teuer. Heute sind schätzungsweise 4.5 Millionen Computer auf diese Weise im Internet adressierbar.
Billiger und einfacher sind sogenannte dial-up- Anschlüsse, wie sie auch in der Schweiz von Internet-Providern angeboten werden. Mit Hilfe eines Modems wird eine Verbindung zum Internet-Provider aufgebaut. Spezielle Protokolle (Point-to-Point, PPP oder Serial Line Internet Protocol, SLIP) unterstützen das TCP/IP-Protokoll über die normale Telephonleitung. Auf beiden Seiten werden dabei die Internet-Pakete so eingepackt, dass sie über Telephonleitungen transportiert und am anderen Ende wieder ausgepackt werden können. Abgesehen von der langsameren Verbindung merkt die Benutzerin kaum, dass die IP-Pakete in einem zusätzlichen Protokoll verpackt über die Leitung geschickt werden und die gleichen Client-Programme wie bei direktem Anschluss können verwendet werden. Nebst dem Modem braucht es nur noch eine Softwareinstallation, die mit Hilfe der von den Internet-Providern angebotenen Installationsdisketten beinahe (aber nicht ganz) so einfach wie die Installation eines Textverarbeitungsprogrammes geworden ist. PC-Benutzerinnen mit Windows95 oder WindowsNT ab Version 4.0 oder Mac-Benutzerinnen mit MacOS ab Version 7.6 müssen die Software, welche für PPP- oder SLIP-Verbindungen zum Anschluss des eingenen PC's ans Internet via Modem oder ISDN-Verbindung notwendig ist, nicht mehr separat beschaffen. PPP und/oder SLIP sind heute Teil der Betriebssystemsoftware und der Anschluss des eigenen Rechners via Internet Service Provider ans Internet wird immer einfacher.
Bei diesem Anschluss ist der Computer also nicht ununterbrochen am Internet, sondern nur für die Dauer der Telephonverbindung. Hingegen haben Sie vom PC zu Hause aus Zugriff zu allen Dienstleistungen während die Verbindung steht und bezahlen dafür meist nur lokale Telephongebühren und eine Anschlussgebühr an den Internet-Provider.
Ein Begriffpaar muss, sollen die Internet-Dienste verstanden werden, spätestens jetzt erläutert werden: client/server. Wie bereits weiter oben erwähnt, wird ein Kunde oder Client von einem Anbieter oder Server etwas erwarten. Vom Internet-Provider erwartet der Kunde, welcher eine E-mail verschicken möchte, dass ein Server-Programm auf dem Server-Computer installiert ist, welches die E-mail auch an den gewünschten Ort schickt. Eine klassische client-server Architektur besteht also aus zwei Teilen,
Client und Server können auch auf demselben Computer installiert sein. Zum Beispiel ist das Vorlesungsverzeichnis der Universität Zürich auf einem Rechner des Zentrums Informatikdienste abrufbar. Studentinnen besitzen eine Berechtigung für diesen Rechner und können mit der Client-Software das Vorlesungsverzeichnis durchstöbern. Und dieselben Daten können Assistentinnen von Ihrem Computer auf dem Schreibtisch abfragen. Dieses Beispiel verdeutlicht, dass eine spezielle Client-Software vorhanden sein muss, um den Server, auf dem die Daten für das Vorlesungsverzeichnis gespeichert sind, anfragen zu können. Im Internet gibt es verschiedene Client-Server Verbindungen, die unterschiedliche Dienste erledigen.
Die verschiedenen Client-Server-Dienste haben Ihre eigenen, spezifischen Protokolle, die aber alle über dem Basisprotokoll TCP/IP laufen. TCP/IP steht für Transmission Control Protocol / Internet Protocol. Jeder am Internet angeschlossene Computer muss dieses vom Hersteller unabhängige Übertragungs-Kontroll-Protokoll / Internet-Protokoll unterstützen. Bereits gestreift haben wir das HTTP-Protokoll für WWW und das SMTP-Protokoll für elektronische Post.
Computer-Netzwerkprotokolle sind Kombinationen von binären Informationen (0 oder 1), welche in Gruppen zu Paketen (packets) zusammengefasst werden und über bestimmte Kabel (Coaxial-Kabel, Kupferdrähte, Glasfasern, Telephonleitungen) als elektrische Signale oder Pulse übertragen werden. Gewisse Pakete übertragen Daten während andere den Empfang von Paketen bestätigen.
Jedes Päckchen, welches im Netz mittels IP verschickt wird, trägt die Zieladresse oder IP-Adresse, wohin das Päckchen geschickt werden muss. Eine solche IP-Adresse besteht aus einer Nummer zwischen 0 bis ca. 4.3 Milliarden, es ist eine 32-bit-Nummer (2 hoch 32). Durch eine spezielle Notation (dotted-octet) wird diese Zahl in vier Zahlen unterteilt, die durch Punkte getrennt sind. Andernfalls wäre es kaum möglich, sich eine IP-Adresse zu merken. So ist die IP-Adresse eines der Server der Universität Zürich 130.60.64.51.
Dieses Adressierschema erlaubt, eine Hierarchie zu bilden, durch welche Organisationseinheiten mit einer gemeinsamen Basis-Adresse zusammengefasst werden. Für alle Rechner im Netz der Universität Zürich beginnt die Adresse zum Beispiel mit "130.60.". Als nächstes kommt die Organisationseinheit innerhalb dieses Netzes, die meist ein Subnetz (Unternetz) oder eine Subdomain bildet. Alle Rechner in der Domain des Geographischen Institutes beginnen mit 130.60.16, jene des Maschinenraumes im ZI mit 130.60.64. Für jedes dieser Subnetze existiert ein Router, der weiss, an welchen Computer in seinem Subnetz ein Päckchen mit einer bestimmten Adresse geschickt werden muss.
Damit sich die Benutzerinnen nicht mit diesen Nummern herumschlagen müssen, werden Domain-Nameserver eingesetzt. Diese Nameserver führen Listen, welche die Nummern mit Namen verbinden. Die Domain der Universität Zürich (130.60) hat so auf der ganzen Welt den Namen unizh.ch . Die Subdomain der Geographie (130.60.16) kann von überall her mit geo.unizh.ch angesprochen werden. Schickt ein Client also eine Anfrage an den Server www.unizh.ch, so wird der nächste Domain-Nameserver gefragt, ob er einen Eintrag für diesen Namen hat. Wenn ja, wird das Päckchen an die Adresse 130.60.64.51 geschickt, wenn nicht, wird der nächste Nameserver gefragt, bis die Adresse gefunden wird.
Der Name des Servers besteht also aus dem eigentlichen Maschinennamen www und diversen Subdomains, alles voneinander durch Punkte getrennt. Die letzte Domain in diesem Namen wird Top-Level-Domain genannt. Den meisten Ländern, die am Domainnamen-System DNSteilnehmen, wird eine solche Top-Level-Domain zugewiesen, üblicherweise der ISO-2-Buchstaben-Ländercode, für die Schweiz ".ch". Im Geburtsland des Internet, den USA, werden die Top-Level-Domains aber nach anderen Kriterien eingeteilt. .edu beheimatet Hochschulen und Bildungsstätten (education), .gov Regierungseinrichtungen (government) und .mil militärische Institutionen. Die Bereiche .com für kommerzielle Anbieter (commercial), .org für Organisationen (zum Beispiel die Weltgesundheitsorganisation WHO) und .net für Netzanbieter sind auch ausserhalb der USA gültig. So will natürlich eine sich auf den internationalen Märkten präsentierende Firma wie Credit-Suisse nicht nur im CH-Domain präsent sein, sondern auch ihren adäquaten Auftritt mit der Adresse www.credit-suisse.com haben. Weil der sogenannte Namespace der letzten drei Top-Level-Domains langsam knapp wird, wurden diese Jahr sieben neue Top-Level-Domains beschlossen: .firm für Firmen, .store für Online-Shopping, .web für Web-Service-Anbieter, .arts für kulturelle Angebote, .info für Informatikdienste, .rec für Unterhaltung und Freizeit (recreation) und .nom für Einzelpersonen.
Diese hierarchische Organisation erlaubt den Päckchen, einigermassen sicher und schnell ihr Ziel zu erreichen. Würde diese Hierarchie nicht bestehen, wären Verbindungen trotzdem möglich, aber ein Päckchen müsste auf eine lange Reise geschickt werden, bis es den Zielrechner finden würde. Diese Hierarchie ist rein organisatorisch und verhindert nicht, dass ein beliebiger Computer mit einem beliebig anderen Computer in Kontakt treten kann. Hingegen können Router, die in einem Subnetz die Päckchen weiterleiten, dafür sorgen, dass nicht alle Verbindungen möglich sind, sondern nur zum Beispiel Rechner im eigenen Netz erreicht werden können.
IP schickt also einfach Päckchen auf die Reise, die sich ihren Weg durch das Internet suchen. Dabei ist nicht gewährleistet, dass alle Päckchen die gleiche Strecke wählen. Fahren zwei Personen von Zürich nach Bellinzona, so kann die eine auch über den Gotthard fahren und die andere über den San Bernardino, vielleicht weil sie befürchtet, dass sie am Gotthard im Stau stehen muss (natürlich fährt man/frau normalerweise von Zürich mit dem Zug nach Bellinzona). Ähnlich verhalten sich IP-Päckchen. Sie wählen wenn immer möglich den schnellsten Weg, und je nach Netzlast kann dieser variieren. Dank dieser Möglichkeit, den Weg im Netz frei zu wählen, funktionieren Verbindungen auch dann noch, wenn einzelne Teile im Netz aufallen. So kann es geschehen, dass zwei Päckchen, die zum Beispiel zur gleichen Textdatei gehören, nicht in der richtigen Reihenfolge am Ziel ankommen, weil sie verschieden Wege durch das Netz gewählt haben. Das Dokument würde so unleserlich. Dies wird durch TCP verhindert. TCP sorgt dafür, dass die Päckchen am Zielort wieder in der richtigen Reihenfolge abgeliefert werden, egal, welche Route die einzelnen IP-Päckchen gewählt haben und in welcher Reihenfolge sie eintreffen. TCP überprüft auch, ob alle Päckchen am Ziel angekommen sind. Fehlt eines, wird der Sender aufgefordert, dieses nochmals zu schicken.
Eine weitere wichtige Eigenschaft von TCP ist das Bereitstellen von sogenannten Ports oder Port-Nummern. Wir haben bereits weiter oben erwähnt, dass verschiedene Server auf demselben Rechner laufen können. Wie werden aber diese Päckchen an die unterschiedlichen Server geschickt? Das erfolgt über die Port's. Jeder Server hat seine eigene Port-Nummer, die den Dienst, welcher angesprochen wird, identifiziert. Ein Gopher-Server läuft meist auf Port 70, ein WWW-Server auf Port 80 und E-mail wird über den Port 25 geschickt. Ein WWW-Client (oder Browser) wird also mit TCP seinen Päckchen die Information mitgeben, dass sie an Port 80 des entsprechenden Rechners zu schicken sind und als Protokollsprache HTTP verwendet wird, ein Mail-Programm wird Port 25 mit SMTP ansprechen, ein Mail-Client auf einem PC die Mail auf einem Mailserver auf dem Port 110 mit POP (zum Beispiel Eudora) oder 143 mit IMAP (zum Beispiel Pine oder MailDrop) übertragen.
Um Dienste des Internets von einem beliebigen Computer nutzen zu können, muss nebst der Installation der notwendigen Treibersoftware (wird in der Regel für die gewünschte Plattform vorkonfiguriert vom Provider abgegeben) TCP/IP noch konfiguriert werden. Dabei spielt es eine Rolle, auf welche Weise der Computer am Internet angeschlossen wird. An dieser Stelle werden die dafür wichtigsten Begriffe zusammengefasst.
Besteht eine Full-time IP Connection, ist der Computer also direkt im Internet eingebunden, muss die zugewiesenen IP-Nummer konfiguriert werden und die Netzmaske richtig aufgesetzt werden.
Handelt es sich um einen dial-up-Anschluss, so wird meist bei jeder Verbindung zum Provider dynamisch eine andere IP-Nummer vergeben. Statt fix eine IP-Nummer zu konfigurieren, wird diese vom Server beim Aufbau und der Validierung (heute meist mittels PAP) der PPP- oder SLIP-Verbindung vergeben. Die numerische IP-Adresse wird nicht manuell eingestellt, sondern an entsprechender Stelle die TCP/IP-Software so konfiguriert, dass die Adresse vom Server vergeben wird.
In beiden Fällen muss zusätzlich noch die Adresse(n) des(r) Domain-Name-Server(s) numerisch konfiguriert werden, damit die Übersetzung von kanonischen IP-Adressen in numerische Adressen funktioniert. Ebenfalls muss die Adresse des Gateways numerisch konfiguriert werden.
Wie die Konfiguration von PPP (für den Macintosh oder PC mit MS-Windows) für Benutzerinnen an der Universität Zürich aussieht, entnehmen Sie der Dokumentation der empfohlenen Provider, z.B. von diAx.
Wie weiter oben erwähnt, kennt das Internet eine Menge unterschiedlicher Protokolle. Jedes wurde für einen ganz bestimmten - zum Teil eng begrenzten - Zweck entwickelt und es kommen fortwährend neue dazu. All diesen Dienstprotokollen ist gemeinsam, dass sie auf dem client/server-Modell basieren, d.h. das client-Programm (beim Benutzer) fragt ein server-Programm (beim Dienstanbieter) um ein Dienstleistung an. Nachfolgende Übersicht erklärt die Funktion und Anwendung der wichtigsten über diese Protokolle verfügbaren Dienste.
Mit telnet kann eine interaktive Verbindung zu einem anderen, am Internet angschlossenen, Computer aufgebaut werden. Dies erlaubt den Zugriff auf eine Vielzahl von on-line Diensten und Informationssystemen. Nach dem Login können Sie mit den Programmen auf dem gewählten System arbeiten, als ob Sie gerade daneben sitzen würden. Dabei kann die Maschine nur wenige Meter oder aber tausende von Kilometern von Ihrem Arbeitsplatz entfernt stehen. Für die korrekte Verbindung sorgt das Internet Protokoll telnet. Auch spielt es keine Rolle, mit welchem Betriebssystem die beiden so verbundenen Computer arbeiten. telnet stellt also eine einheitliche Schnittstelle zwischen verschiedenen Computern her. Dazu benötigen Sie auf Ihrem Rechner ein Programm, das "telnet spricht". Hier ein einfaches Beispiel einer solchen telnet Session (das Eingegebene ist hervorgehoben, Kommentar in []):
telnet rzuaix.unizh.ch
[die angewählte Maschine meldet sich und fragt nach der Benutzeridentifikation]
IBM AIX Version 3 for RISC System/6000
(C) Copyrights by IBM and by others 1982, 1990.
login: kurs1
kurs0's Password: [hier erfolgt die Passworteingabe, das Passwort
wird dabei zu Ihrer eigenen Sicherheit nicht
angezeigt]
[Es erscheint der Begrüssungsbildschirm des angewählten Systems
und Sie können normal arbeiten.]
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
Fragen, Anregungen, Wuensche, Kritik und Fehlermeldungen be-
zueglich dem RS/6000-Cluster und AIX koennen an die E-mail-
Adresse "aixadm" gerichtet werden.
* * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * * *
7.12.95 MATLAB 4.2c ist verfuegbar. Die alte Version bleibt noch
bis Ende Jahr als matlab.old erhalten.
4. 1.96 Netpbm (Version 01-mar-94) installiert (siehe man pbmfilters)
10. 1.96 Das RZU bietet jetzt ein Standard .xsession File an. Es
kann mit copyst kopiert werden. Ausserdem wird das Kopieren
den Benutzern ohne eigenes .xsession File automatisch beim
Einloggen via xdm angeboten.
Last unsuccessful login: Wed Feb 22 15:16:28 MET 1995 on from rzu3.unizh.ch
Last login: Tue Aug 15 15:20:45 MEST 1995 on pts/14 from rzu3.unizh.ch
/home/kurs/kurs1 $ ls [Ihre Befehlseingabe]
signature Mail/ Dokumente/
/home/kurs/kurs1 $ logout
[Abmeldung vom System und Abbau der telnet-Verbindung]
Es gibt auf dem Internet viele Dienste, die allen unentgeltlich zugänglich sein sollen. Für einen solchen Dienst brauchen Sie kein Passwort einzugeben, sondern bekommen direkten Zugang zum Informationsangebot.
Z.B. haben Sie mit telnet rzubiz.unizh.ch Zugriff auf Bibliothekskataloge im In- und Ausland. Dieser Dienst wird vom Zentrum Informatikdienste der Universität unterhalten und jeweils den aktuellen Bedürfnissen angepasst.
Funktioniert wie telnet, findet aber normalerweise nur zwischen zwei UNIX-Systemen Verwendung. Im Gegensatz zu Telnet kann die Login-Prozedur abgekürzt werden, indem ein spezielles file (.rhosts) auf dem Benutzerkonto eingerichtet wird. Danach braucht das Passwort nicht mehr angegeben zu werden.
Generelles Protokoll, um Daten von einem Computer über das Internet zu einem andern zu kopieren, einen sogenannten Filetransfer zu machen. Dazu muss der client auf dem server login machen, d.h. sich identifizieren. Ist der Zielcomputer öffentlich zugänglich, z.B. ein Programmarchiv, so genügt die e-Mail Adresse als Passwort. Wie bei telnet braucht es auch dazu auf beiden Maschinen die geeignete Software. Der Datenaustausch ist zwischen zwei beliebigen Betriebssystemen möglich, also z.B. zwischen einem Macintosh und einer UNIX- oder MVS-Maschine. Eine sehr häufige Anwendung ist das "Herunterladen" von Software von einem Archiv auf seinen persönlichen Arbeitsplatzcomputer. Dabei spielt das Archiv die Rolle des File- oder eben ftp-servers, der eigene Computer die Rolle des clients. Die Art der kopierten Daten hat nur einen Einfluss auf die Übertragungsart: text für "Textdateien" (ASCII-Dateien), die bei der Übertragung von der einen Computercodierung in die andere übersetzt werden müssen oder binary/image für Programme oder Daten (z.B. Dateien von Textverarbeitungen!), die während des Transfers nicht verändert werden dürfen.
Mit Anonymous FTP kann z.B. Software vom Archiv des Zentrums Informatikdienste der Universität auf einen Mac heruntergeladen werden.
Für die bisher vorgestellten Dienste muss in der Regel nichts vorkonfiguriert werden, es reicht, einfach die Adresse des Zielrechners beim Aufbau der Verbindung anzugeben.
Ein Archie-server enthält ein Inhaltsverzeichnis der bekanntesten FTP-Server der Welt und erlaubt damit eine weltweite Stichwort-Suche nach Programmen, Daten, etc. Die anzugebenden Stichwörter entsprechen dabei dem gesuchten Dateinamen. Für die Abfrage von Archie-servern braucht es dazu fähige Programme, die es aber für jede Plattform gibt und bei welchen noch jeweis der Server zu konfigurieren ist, über welchen die Suche gehen soll (zB. archie.switch.ch).
E-mail, Elektronische Post bedeutet, dass zwei Partner "elektronische Briefe" austauschen können. Diese sind im Normalfall gewöhnlicher Text ohne Graphiken oder Zeichnungen - auch ohne Umlaute. In neuerer Zeit hat das Protokoll eine Erweiterung erfahren, so dass auch "Nicht-Texte" als Anhang (attachement) versandt werden können. Allerdings sind längst nicht alle Internet-hosts in der Lage, diese Art Post (MIME) korrekt weiterzuverarbeiten. Es empfiehlt sich daher, diese Übertragungsart vorher auszuprobieren.
Im weltweiten Internet Mail Verbund hat jeder Teilnehmer eine eindeutige Adresse, die sich aus seinem Benutzernamen (Userid, Benutzerkennung) und dem hostnamen (oder einer logischen Adresse, einem sogenannten MX-Record, MX steht für mail exchange) seines Serviceanbieters, dem "elektronischen Postamt", zusammensetzt. Zum Beispiel besagt mueller@access.unizh.ch , dass der Benutzer "mueller" am Zentrum Informatikdienste (access) der Universität Zürich (unizh) in der Schweiz (ch) ein Postfach hat, das e-Mail empfangen kann.
Um Mail schreiben und lesen zu können, brauchen Sie einen sogenannten Mail-Reader, z.B. das Programm Pine oder Eudora, das es für Macintosh und Windows gibt und bei welchen Sie den SMTP Server (derjenige Server, welcher Ihre auf dem PC erfasste Mail im Internet verschickt), sowie den POP Server bzw. den IMAP Server (zum Lesen der Meldungen) richtig konfigurieren müssen. An der Universität Zürich sieht die Konfiguration folgendermassen aus.
Eine Meldung wird für gewöhnlich mit einem normalen Texteditor verfasst, der im Mail-Reader integriert sein kann. Natürlich müssen Sie die e-Mail Adresse des Adressaten kennen und es ist zu empfehlen, seine eigene Adresse auch jeweils im Brief zu erwähnen, falls dieser nämlich mal ausgedruckt wird. Für viele Leute ist heutzutage die elektronische Post ebenso wichtig geworden wie das Telefon.
Von den am Zentrum Informatikdienste der Uni registrierten Benutzerinnen gibt es ein E-mail-Verzeichnis.
Ähnlich wie e-Mail sind die Internet Diskussionslisten oder USENET News, heute meist nur noch News genannt. Diese "schwarzen Bretter" funktionieren so, dass es weltweit "Sammeltöpfe" gibt, in die jede "Internetterin" eine Mail ablegen und daraus auch jede beliebige Mail lesen kann. So können Diskussionen von Kontinent zu Kontinent stattfinden, ohne dass sich die Teilnehmer je sehen. Die Listen sind nach verschiedenen Themen gegliedert, den newsgroups. Weltweit gibt es eine für den Einzelnen kaum mehr überschaubare Anzahl solcher newsgroups. Falls Sie also ein spezielles Interesse für z.B. amercian football haben, so gibt es bestimmt ein newsgroup dazu, wo eifrig diskutiert wird.
Um News zu lesen, braucht es einen sogenannten News-Reader, z.B. das Programm tin im UNIX. Aber auch hier gibt es verschiedenste Programme für alle Plattformen, wobei Sie jeweils den NEWS-Server konfigurieren müssen (an der Uni Zürich ist dies news.unizh.ch).
Dienst mit hierarchisch gegliederter Dokumentensammlung. Alle Gopher-Server können sich weltweit gegenseitig referenzieren. Gopher basiert auf dem Client/Server-Konzept. Gopher ist vom Web verdrängt worden.
Das Wide Area Information System (WAIS) bietet eine Volltextsuche auf unzähligen Datenbanken weltweit an. Der Benutzer gibt sein Suchargument ein und erhält eine Liste der Dokumente, die das gewünschte Argument enthalten. Diese Trefferliste ist nach bestimmten Kriterien gewichtet, meist nach Anzahl Treffern im Dokument. Die Gewichtung kann aber auch vom Informationsanbieter oder vom Benutzer selbst verändert werden.
World Wide Web: Informationsdienst mit Hypertext- und Multimedia-Fähigkeit.
Hypertext bedeutet die Verknüpfung von Dokumenten durch (Quer-) Verweise
(Links) im Text. Diese Links können von einzelnen Wörtern oder
Wortgruppen ausgehen, aber auch von Bildern. So kann beispielsweise auf einer
"sensitiven Karte"
(image map) ein bestimmter Bereich (hot spot) angewählt werden, um
weitere Hypertext-Dokumente zu öffnen. Diese Hypertext-Dokumente können
aber nicht nur Links zu anderen Hypertext-Dokumenten enthalten und auflösen,
sondern auch Verbindungen zu andern Internet-Informationsdiensten wie Gopher,
FTP, WAIS und Telnet aufbauen. Somit bietet sich ein solches Hypertext-Dokument
als genereller Informations-Zugang zu verschiedensten Informations-Ressourcen
an.
Das Hypertextformat solcher Texte - HyperText Markup Language (HTML) genannt - basiert auf SGML (Standard Generalized Markup Language). In letzter Zeit haben sich die WWW-Server fast explosionsartig ausgebreitet, sodass sie heute über den ganzen Erdball verteilt sind.
Im allgemeinen Sprachgebrauch der Tagespresse wird, wenn von Internet gesprochen wird, meist dieser äusserst populäre und durch die Browser oder Clients sehr einfach zu nutzender Dienst gemeint. Im weltweiten Spinnennetz sind die meisten Informationen gelagert, die im Internet abrufbar sind. Populär ist WWW nicht zuletzt deshalb, weil nebst Text auch Bilder, Videos und Audio-Sequenzen und dank einer relativ jungen, plattformunabhängingen Programmiersprache (JAVA) sogar Programme übermittelt werden können, die direkt auf dem eigenen Rechner zur Ausführung gelangen. Sich hingengen im WWW zu orientieren und etwas konkretes zu finden kann wie das Suchen einer Stecknadel im Heuhaufen enden. Aber auch dafür gibts im Internet abhilfe in Form von sogenannten search engines, Suchmaschinen, die erlauben, weltweit im gesamten WWW nach beliebigen Stichworen zu suchen. Stellvertretend seien hier nur Altavista, Yahoo und Lycos genannt. Es gibt auch eine eigens für die Schweiz entwickelte Suchmaschine, welche nur in Dokumenten auf Rechnern in der Schweiz sucht.
Diese Liste enthält eine knappe Auswahl an Literatur zu den besprochenen Themen. Einige der Bücher liegen in gedruckter From vor, andere können Sie sich via das Internet anschauen (und ausdrucken). Wir haben versucht, einige der "Klassiker" aufzuführen, die eine Grundlage für die heutige Entwicklung gelegt haben. Sie finden deshalb auch einige ältere (2-3 Jahre!) Literaturangaben. In den Buchläden werden Sie problemlos dutzende weiterer und neuerer Titel zum Thema "Internet" und "World Wide Web" finden.