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OLAT bringt Release 4.0

Neue Funktionen

OLAT, das strategische Learning-Management-System (LMS) der Universität Zürich, geht auf den Semesterbeginn dieses Herbstes mit der Version 4.0 online. Momentan haben 9844 registrierte Benutzer Zugriff auf 294 aktive Kurse. Sie erhalten mit dem neuen Release weitere Funktionen, die das Lehren und Lernen übers Internet persönlicher, einfacher und intuitiver machen. Grosses Gewicht erhielt bei diesem Release die Personalisierung der Arbeitsumgebung. So kann zum Beispiel jede Benutzerin, jeder Benutzer eine digitale Visitenkarte mit Foto und Text anlegen. Sucht man nach einer Person in OLAT, so kann man sich ihre Visitenkarte anzeigen lassen und ihr gleich noch über ein Webformular ein E-Mail schreiben. Des Weiteren kann der Benutzer im persönlichen Bereich Dateien hochladen, die von allen anderen Benutzern einsehbar sind.

Digitale Visitenkarte eines OLAT-Benutzers. Angaben frei wählbar.
Digitale Visitenkarte eines OLAT-Benutzers. Die Angaben sind frei wählbar.

Ebenfalls unter die Rubrik "Personalisierung" gehört die Neugestaltung der Eintrittspforte, des Home. Die Benutzerin sieht hier auf einen Blick ihre Bookmarks, die gesammelten Kursnotizen, ihre Lern- oder Arbeitsgruppen, wenn Neuigkeiten irgendwo in OLAT für sie bereit liegen und vieles mehr. Die Behälter mit diesen Informationen, sogenannte Portlets, können frei hinzugefügt, entfernt und am Bildschirm positioniert werden. Ein in Printmedien erprobtes Mittel der Kundenbindung bietet OLAT mit einem weiteren Portlet: Täglich folgt eine weitere Episode aus Alex Macartneys Comic "Die Loge" (http://www.macartney.ch/).

Die Benutzerin, der Benutzer kann das Home frei konfigurieren.
Die Benutzerin, der Benutzer kann das Home frei konfigurieren.

Doch Personalisierung allein rechtfertigt noch keinen grossen Sprung in der Versionsnummer, wie ihn OLAT von 3.2 zu 4.0 vollzogen hat. Vielmehr sind es neu implementierte Funktionen wie Unterstützung einer weiteren E-Learning-Spezifikation (SCORM), Import und Export von Kursen oder Unterstützung der Autoren beim Erstellen von Kursen. Die vollständige Liste der OLAT-Features finden Sie auf olat.org.

Für den Benutzer zwar unsichtbar, für ein reifes, marktfähiges Open-Source-Produkt jedoch unabdingbar ist die einfache technische Erweiterbarkeit, d.h. die Möglichkeit, OLAT kundenspezifischen Bedürfnissen anzupassen. Neben dem Ausbau der Funktionalität sind es auch solche Arbeiten "unter der Haube", die OLAT für eine wachsende Open-Source-Gemeinde attraktiv macht - eine Attraktivität, die letztlich der Universität Zürich in Form von extern programmierten Erweiterungen zugute kommt. Und dass OLAT in der Open-Source-Welt Anklang findet, belegen folgende Zahlen:

Ausblick

Mit dem neuen Release hat OLAT nun die Reife erlangt, die ein "enterprise-sized" LMS aufweisen muss. Dessen ungeachtet ist die funktionale Weiterentwicklung von OLAT noch nicht abgeschlossen. Als weitere Features können in Zukunft erwartet werden:

  • Dialogische Elemente: Diskussion von Text- und Bilddokumenten mittels Foren, in enger Zusammenarbeit mit dem Team der E-Learning-Koordination der Philosophischen Fakultät (ELK)
  • Uebermittlung von Kreditpunkten ins UniVerS
  • E-Prüfungsbaustein: Möglichkeit, mittels vordefiniertem Test-Setup rekursfähige Online-Prüfungen durchzuführen
  • Wiki-Funktion als persönliches oder kollaboratives Werkzeug
  • Volltext-Suchfunktion via Integration von Apache Lucene

Ein weiteres Ziel ist es, OLAT neben dem internationalen Hochschul-Umfeld vermehrt auch in Unternehmen zu etablieren. Dies mit der Absicht, die Open-Source-Gemeinschaft gross und tragfähig zu machen und damit die Nachhaltigkeit des Produktes zu gewährleisten. Eine wichtige Vorraussetzung dazu war die Gründung der Firma goodsolutions GmbH (siehe Zinfo Nummer 17 ), die als Spin-off-Unternehmen der Universität Zürich entstanden ist. Wichtig hier ist, dass externe Interessenten einen kommerziellen Anbieter wählen können, der gemäss ihren Bedürfnissen OLAT anpassen und betreiben kann. Wie das Beispiel des Bildungsportals Sachsen (Verbund von zehn deutschen Hochschulen) zeigt, ist dies gelungen und OLAT somit in der deutschen Bildungslandschaft lanciert.

Hans-Jörg Zuberbühler