Streaming und Podcasting
Begriffe
Unter „Streaming“ versteht man das Verteilen von Videodaten über das Internet. Dabei werden auf dem Computer die Videodaten nicht gespeichert und verbrauchen daher keinen Speicherplatz. Dies im Gegensatz zu Downloads, wie dem heute bekannten „Podcasting“ bzw. „podcast“. Podcast ist ein Kunstwort, das sich aus "iPod" (MP3-Player von Apple) und "Broadcasting" (engl. für Rundfunk) ableitet.
Geschichte an der Universität
Im Jahre 2002 wurde erstmals der Dies academicus als Premiere live gestreamt. Im gleichen Jahr erfolgten von der damaligen TV-UNI erstmalig Aufzeichnungen der Vorlesungen „Handels- und Wirtschaftsrecht“ von Prof. C. von der Crone. Diese wurden aufwändig nachbearbeitet und als Stream für die Studierenden auf der Website des Lehrstuhles bereitgestellt. Im 2003/2004 konnten die AI-Lectures vom Institut für Informatik mit Prof. R. Pfeifer live gestreamt und anschliessend als Stream on Demand und Download produziert werden. Die fünf beteiligten Universitäten sind dabei mittels Multipoint-Videokonferenz miteinander verschalten worden, damit eine interaktive „Community“ entstehen konnte.
Ein weiteres Highlight war der Besuch des Dalai Lama im 2005 an der Universität Zürich. Dank Live Streaming konnten viele Interessierte den Event direkt mitverfolgen. Hier kann die Aufzeichnung vom 3. August 2005 heute als Stream on Demand angesehen werden. Im Universitätsspital Zürich werden im Departement Frauenheilkunde regelmässig die Aerzte-Fortbildungen seit 2003 aufgezeichnet und als Stream den Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Die Vorlesungen des Institutes für Bankwesen streamen wir seit Herbst 2004 wöchentlich. Einerseits als Livestream (bis SS 2007), Stream on Demand und dazumal als trendige podcasts für den iPod.
Seither hat sich das Interesse für das Streaming von Vorlesungen stetig erhöht. Im laufenden Herbstsemester werden zehn Vorlesungen wöchentlich aufgezeichnet und den Studierenden als Streaming on Demand, Download und Podcast angeboten.
|
|
Gründe für die Anwendung in der Lehre
- unabhängiges lernen von Zeit und Ort
- Mobilität der Menschen nimmt tendenziell zu
- die Studierenden wollen selbstständig und eigenverantwortlich lernen
- Vorlesungen können nochmals angeschaut werden für Repetition
- auch für Lernende ausserhalb der UZH
Drei Versionen an der UZH
Für den Nutzer sind drei Typen der Aufzeichnungen von Bedeutung: Streaming on Demand, Full Download, iPod Download.
RSS-Feed |
Alle drei Versionen können per RSS-Feed abonniert werden.
Quicktime |
Flash |
Streaming, mit Formaten Quicktime und Flash: Die Wiedergabe erfolgt ohne vorheriges Abspeichern der Ressourcendatei. Der PC muss am Internet angeschlossen sein. Das Navigieren, d.h. springen an jede beliebige Stelle ist problemlos möglich. Das Bild des Referierenden und die Präsentation werden gleichzeitig übertragen.
Quicktime |
Full Download, im Format Quicktime: Die Datei wird zuerst auf dem PC abgespeichert und ist nachher jederzeit, ohne Internetanbindung, auf dem PC abspielbar. Das Navigieren ist innerhalb des Players an jede Stelle möglich. Das Bild des Referierenden und die Präsentation sind auch gleichzeitig sichtbar.
iPod |
iPod Download, im Format M4V: Die Datei wird zuerst auf dem PC abgespeichert, nachher auf den iPod (bzw. videofähigen MP3-Player) übertragen und ist nun jederzeit, ohne Internetanbindung, auf dem PC wie auf dem iPod abspielbar. Es werden nur die Präsentation mit dem Ton des Referierenden oder nur Bild und Ton des Referierenden wiedergegeben.
Technik
Die heute von den Informatikdiensten angewandte Technik zum Streamen wurde in Zusammenarbeit mit SWITCH durch diese erarbeitet. SWITCH setzt die PLAY-Software von solutionpark ein. PLAY wurde den heutigen Anforderungen angepasst und die Dienstleistung wird fortlaufend modernisiert. SWITCH bietet diese über ihr Internetportal allen Hochschulen in der Schweiz an. Die Nutzung ist jeder Person mit gültigem AAI-Account möglich. Die Informatikdienste unterstützen die Dozierenden und realisieren die Aufzeichnungen mit deren Hilfe. Das längerfristige Ziel ist ein weitgehend automatisiertes, einfaches und kostengünstiges System.
Funktion
Auf dem PC des Referierenden wird keine Software installiert oder spezifische Einstellungen vorgenommen. Die Aufzeichnung vom Bild und Ton des Referierenden sowie der Präsentation erfolgen auf einem separaten Apple MacBook mit Intelprozessor. Das Referierendenbild wird ab einer Videokamera, der Ton ab Mikrofon und die Präsentation vom Beamer abgenommen. In einigen Hörsälen sind diese Apparaturen fest installiert und der Aufzeichnungs-MacBook ist mit wenig Aufwand installierbar und funktionsbereit. Nicht komplett ausgerüstete Räume werden bei Bedarf mit den notwendigen Geräten bestückt. Melden Sie uns deshalb den Bedarf einer Aufzeichnung frühzeitig. Natürlich kann auch ohne unsere Mithilfe mit einfachen günstigen Videokameras, Mikrofonen und Zusatzgeräten eine brauchbare Aufnahme erzielt werden.
|
|
Die Herstellung eines Streams erfolgt in fünf Schritten: Vorbereitung, Aufnahme, Upload, Nachbearbeitung, Publikation.
Vorbereitung
Erstellen eines Channels für eine oder mehrere Aufnahmen der Vorlesungsreihe über das Portal SWITCH. Dabei bestimmen Sie die Playeransicht mit Video, Audio und Slides und laden die Banner- und Footerbereiche mit den Logos.
|
|
Nach der erstmaligen Installation der Software “PLAY Recoder” ab dem Portal SWITCH und den weiter beschriebenen Installationen kann mit der ersten Aufnahme begonnen werden.
Aufnahme
Starten Sie den PLAY Recorder, wählen den Channel für die Aufnahme und geben Titel, Speaker und Location des Events ein.
![]() |
Wahl des Channels |
Bestimmen Sie die Signalquellen Video, Audio und Slides.
|
|
Weitere Einstellungen wie Weissabgleich der Slides und Ausschnittswahl der Präsentation (Scropping) verbessern die Slidequalität. Die Slides werden in der neuen Version seit dem HS2007 automatisch erkannt oder können manuell bestimmt werden. PLAY erzeugt von der Präsentation einzelne Standbilder in sinnvollen Zeitabständen, damit die Lesbarkeit der Präsentation angenehm bleibt. Starten Sie die Aufzeichnung mit „Start Recording“ und beenden diese mit „Stop Recording“.
Upload
Im Upload Manager steht die Aufzeichnung nun bereit, um diese auf das Portal von SWITCH zu übertragen. Dazu brauchen Sie eine Internetverbindung.
![]() |
Switch Stream (anklicken) |
Auf dem Portal ist der Stream bald als on Demand im Format Quicktime abrufbar. Das Flash-Format und die Download-Files werden automatisch gerechnet und können im Bereich der Nachbearbeitung aktiviert werden.
Nachbearbeitung
Ueber das Webportal von SWITCH ist eine Nachbearbeitung möglich mit folgenden Aufgaben.
- Start- und Endpunkte neu definieren
- Aufnahme in mehrere Teile splitten um kürzere Streams und Downloads zu erzeugen. Dabei sollte thematisch unterteilt werden.
- Definieren von Kapitel in jedem Stream, um direkt dorthin zu springen (nur bei Streams on Demand wirksam)
- Erzeugen weiterer Formate wie Flash, Download im Quicktime Fullformat und Podcast (H.264, MPEG4, AAC) in wenigen Minuten
Publikation
Die Veröffentlichung Ihrer Streams erfolgt am einfachsten auf einer Website. Wählen Sie auf dem Webportal von SWITCH den gewünschten Channel, klicken auf den zu publizerenden archivierten Stream mit der rechten Maustaste und kopieren den Link in die Website. RSS Feeds für PLAY Streams, iPod und Full resolution download lassen sich auch aktivieren.
Beispiele
Aufzeichnung Hochschuldidaktik über Mittag
Willkommen bei LexNet eLectures
Vorlesungsaufzeichnungen am ISB
Weitere Informationen
Wir beraten Sie gerne über die Möglichkeiten von Streaming der Vorlesungen in den Hörsälen im allgemeinen Lehrbereich, in Ihren Institutsräumen und weiteren Anwendungen.
Informationsveranstaltungen und Informationen:
Meeting für IT-Verantwortliche vom 8. November 2007
Lunchveranstaltung am 19. Dezember 2007: Lehrveranstaltungen aufzeichnen + im Web publizieren: Streaming
SWITCH
Martin Anklin














