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OLAT im neuen Kleid

Version 6

Diesen Sommer erscheint OLAT in der neuen Version 6. Der grosse Sprung in der Versionsnummer zeigt, dass sich beim strategischen Learning Management System der Universität Zürich einiges getan hat. Die Änderungen betreffen vor allem die visuelle Erscheinung: Zum Einen erhielt OLAT ein Facelifting. Neue Farben sowie neu gestaltete statische und interaktive Layout-Elemente - also letztlich alles, was der Benutzer, die Benutzerin beim Browsen durch OLAT antrifft – ersetzen das etwas in die Jahre gekommene Design. Eine auf User Interface spezialisierte Grafikerin gestaltete neue Icons und verhilft OLAT dadurch zu einer weiteren Verbesserung der Usability. Der inkonsistente Einsatz von Icons wurde in einer letzten Jahres durchgeführten Studie zur OLAT-Usability bemängelt – dieses Manko ist nun behoben.

Screenshot Version 6
Screenshot Version 6 (anklicken)

Neu ist es auch möglich, als Administrator zwischen verschiedenen sogenannten Themes auszuwählen. Betreiber von OLAT-Instanzen und andere grafisch Interessierte können ihr eigenes Design erstellen und in die OLAT Open-Source-Community einspeisen. Dadurch können andere OLAT-Anwender zwischen den verschiedensten Farb- und Formvarianten der Benutzeroberfläche wählen. Einen Vorgeschmack erhält, wer sich auf demo.olat.org als Administrator einwählt und unter dem Reiter „Administration“ -> „Darstellung“ das bislang einzige Alternativ-Theme auswählt.

Zum Andern sind es auf den ersten Blick unsichtbare Verbesserungen, die den 6er Release ausmachen. Zu erwähnen ist das CSS-Framework YAML (Yet Another Multicolumn Layout, www.yaml.de), das neuerdings in OLAT integriert ist. Wer schon einmal komplexe Webapplikationen programmiert hat, kann ein Lied davon singen wie schwer es ist, den verschiedenen Browsertypen und -versionen auf den verschiedenen Betriebssystemen eine einheitliche Darstellung der Inhalte beizubringen. Üblicherweise (und vom W3 Konsortium empfohlen) werden HTML-Seiten mittels CSS (Cascading Style Sheets) gestaltet. Mittlerweile ist das Thema CSS-Spezifikation und Browserkompatibilität dermassen komplex, dass es nur noch mit Experten-Knowhow zu bewältigen ist. Dieses Knowhow aufzubauen kostet Zeit und bindet Ressourcen, die mitunter anderswo fehlen. In diese Bresche springt der Buchautor und Entwickler von YAML, Dirk Jesse. Als weltweit führender CSS-Experte, stellt er YAML - quasi als Kondensat seines Wissens - der Open Source Community zur Verfügung. Mit Hilfe von YAML sollen künftige OLAT-Releases deutlich weniger nervenaufreibendes Crossbrowser-Optimieren benötigen. So erhält der Internet Explorer in einem eigenen Patchfile gezielte Hilfestellungen in Form von einzig für den IE interpretierbaren CSS-Anweisungen. Diese Anweisungen entziehen sich oftmals jeglicher Logik. Ein grosses Verdienst von YAML ist es, ein heuristisches Regelwerk zur Verfügung zu stellen, um den diversen Spezialinterpretationen der IE-Render-Engine beizukommen. Da diese Regeln modular aufgebaut sind, können sie durch einfaches Löschen des Patchfiles ausser Kraft gesetzt werden, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, eine bestimmte Browserversion (z.B. IE6) nicht mehr zu unterstützen. Erfreulicher Nebeneffekt: Aufgrund des validen XHTML- und CSS-Outputs sowie dem Verzicht auf Layout-Tabellen hat OLAT mit der Version 6 einen Quantensprung in Sachen Accessibility gemacht.

Hans-Jörg Zuberbühler